Tipp: Das Netz enger knüpfen

Das Gedächtnis ist ein Netz: An jede Masche kann man neues Wissen anknüpfen. Je mehr man weiss, um so mehr Neues kann dazukommen. Und je enger das Netz geknüpft wird, um so detailreicher ist es: Aus einem Vogel werden Finken und Meisen und später Buchfinken, Grünfinken und Blaumeisen.

Vorwissen aktvieren: Bevor man etwas Neues lernt, fragt man sich: Woran erinnert mich das? Was weiss ich schon darüber? Kenne ich etwas Ähnliches? So findet man im Wissensnetz eine Platz zum Weiterknüpfen.

Die drei Gedächtnistypen

Drei Gedächtnistypen im Bild

 

Sensorisches Gedächtnis: 16'000 bits für wenige Sekunden. Das meiste bleibt unbewusst.

Kurzzeitgedächtnis: 7 +/- 2 Informationen für einige Minuten. Beim Pauken lernt man leider oft nur mit dem KZG. Nur was man bewusst und intensiv aufnimmt, und verteilt auf mehrere Tage mehrfach repetier, wird für längere Zeit gespeichert.

Langzeitgedächtnis: nahezu unbegrenzt; Neues wird an Altes angehängt, und je mehr drin ist, um so mehr hat Platz. Aber leider ist es manchmal etwas unordentlich.

Verschiedene Langzeitspeicher

Es gibt verschiedene Langzeitspeicher, die unterschiedliche Wissensqualitäten speichern. Um etwas nachhaltig im Langzeitgedächtnis zu verankern, benutzt man mehrere dieser vier:

  1. Das prozedurale Gedächtnis enthält Abfolgen von Handlungen: Wie kocht man eine Tomatensauce? Wie fährt man Fahrrad?
  2. Das strukturelle Gedächtnis speichert in Form von Zusammenhängen und Strukturen: Die Verwandtschaftsverhältnisse der Primaten oder den Regulationsmechanismus einer Zentralheizung.
  3. Im episodischen Gedächtnis werden Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen abgelegt.
  4. Der Wissensspeicher enthält alles Detailwissen, das man sich im Laufe des Lebens angeeignet hat: Wann hat Tante Regula Geburtstag und wie heisst die Hauptstadt von Kasachstan?